Installation des LAMP-Stacks


Bevor wir uns daran machen die Installation des LAMP-Stacks zu erörtern, müssen wir klären, was damit überhaupt gemeint ist. LAMP steht für Linux, Apache, MySQL und PHP. Diese vier Komponenten kann man wohl als das klassische Setup bezeichnen, das zum Ausliefern von Websites dient. Linux bietet als Betriebssystem die Basis, Apache stellt den Webserver dar, MySQL dient zur Datenhaltung in einer Datenbank und PHP als serverseitige Programmiersprache.

Selbstverständlich sind alle dieser Komponenten austauschbar. Statt Linux könnte man Windows verwenden, statt Apache auch NGINX, MySQL wird gerne durch MariaDB ersetzt, und auch zu PHP gibt es Alternativen, wie etwa das PHP-Derivat Hack oder ganz andere Sprachen. Dieser Artikel widmet sich jedoch dem weit verbreiteten LAMP-Stack.

Voraussetzungen



Wichtig ist, das hier von Ubuntu 14.04 ausgegangen wird, das zwar keineswegs die neueste Ubuntu-Version markiert, aber über Long Term Support verfügt, sprich noch bis 2019 unterstützt wird.

ACHTUNG: Dieser Artikel geht auf Sicherheitsaspekte nur unzureichend ein! Bitte beachte, dass möglicherweise zusätzliche Maßnahmen angewendet werden müssen, um den Server abzusichern.


Desweiteren wird an dieser Stelle davon ausgegangen, dass der Zugriff auf den Linux-Server via SSH-Client (unter Windows zum Beispiel mit PuTTY) möglich ist. Als erster Schritt erfolgt die Verbindung mittels dieses Clients zum Server.

Die Installation



Die Installation lässt sich im Prinzip schnell durchführen. Ehe wir aber mit der eigentlichen Installation starten, sollten wir ein Update der Paketlisten von apt-get durchführen. Dabei werden keine vorhandenen Pakete aktualisiert, sondern lediglich die Liste verfügbarer Pakete.

sudo apt-get update


Der Befehl sudo erlaubt es uns, den daran angehängten Befehl (apt-get update) mit den Rechten eines anderen Users auszuführen, insbesondere mit denen des Superusers root. Dazu ist die Eingabe eines Passworts nicht erforderlich, wenn der aktuelle User zuvor entsprechend autorisiert wurde.

Den LAMP-Stack - nun ja, zumindest den AMP-Teil - zu installieren, bedarf zum Glück nur eines einzelnen Befehls (das Zirkumflex ^ am Ende ist beabsichtigt):

sudo apt-get install lamp-server^


Damit wird das LAMP-Paket installiert. Apache, MySQL und PHP werden in einem Rutsch auf den Server geholt. Das erspart einiges an Arbeit. An der Konfiguration der einzelnen Komponenten kommen wir allerdings nicht vorbei. Nach Eingabe des Befehls möchte denn auch MySQL ein Passwort zugewiesen haben. An dieser Stelle kann zunächst einfach mit Enter bestätigt werden - um die wirkliche Einrichtung von MySQL kümmern wir uns gleich.

Der Apache-Dienst



Der Kern der Installation ist damit auch schon abgeschlossen. Bevor wir uns der eigentlichen Konfiguration widmen, sollten wir überprüfen, ob der Apache-Webserver automatisch beim Start von Linux mitgestartet wird. Dazu emfpiehlt es sich, den Linux-Server einmal neu zu starten:

reboot


Nachdem die Verbindung des SSH-Clients wiederhergestellt wurde, prüfen wir, ob der Apache läuft:

ps axf


Dieses Kommando listet die laufenden Prozesse auf. Dort müsste nun ein Eintrag für den Apache-Webserver zu finden sein. Falls ja, ist alles gut, falls nein, sollte dieses Kommando weiter helfen:

update-rc.d apache2 enable


Das sollte den Apache-Dienst endgültig aktivieren.

URL-Rewriting



Zunächst aktivieren wir das URL-Rewriting-Modul von Apache:

sudo a2enmod rewrite


PHP-Version



Die PHP-Version lässt sich wie folgt anzeigen:

php -v


PHP-Extensions



Nun installieren wir noch fehlende, aber benötigte PHP-Extensions nach. Zunächst empfiehlt es sich, die Liste der bereits vorhandenen PHP-Extensions anzeigen zu lassen:

php -r "print_r(get_loaded_extensions());"


Hinweise dazu, wie eine Extension zu installieren ist, findet man häufig auf der PHP-Website. Am Beispiel von Mcrypt sei dies demonstriert: Auf der Unterseite zur "Installation/Konfiguration" hat ein User die benötigten Kommandos gepostet:

sudo apt-get install php5-mcrypt
sudo php5enmod mcrypt


MySQL



Zunächst rufen wir das MySQL-Konsolentool auf, das es erlaubt, MySQL-Statements direkt auf der Konsole auszuführen. Achtung: Statements sind immer mit einem Semikolon abzuschließen!

mysql -p


Dann erstellen wir eine Datenbank:

CREATE DATABASE databasename;


Als nächstes erstellen wir einen User, wobei username und password durch etwas Sinnvolles zu ersetzen sind:

CREATE USER 'username'@'%' IDENTIFIED BY 'password';


Nun erteilen wir diesem User Rechte in Bezug auf die Zuvor erstelle Datenbank:

GRANT ALL PRIVILEGES ON databasename.* TO 'username'@'%';


Wir verlassen das Programm mit der Eingabe von \q und sind damit am Ende der Konfiguration angekommen. Selbstverständlich kannst du noch weitere Änderungen vornehmen und zum Beispiel die PHP-Einstellungen anpassen.

Sicherheit



Noch einmal der Hinweis: Dies hier ist eine grundlegende Anleitung zur Installation und Einrichtung des LAMP-Stacks. Auf Maßnahmen zur Sicherung des Servers wird hier nicht eingegangen. Diese sind daher zusätzlich durchzuführen! Zum Beispiel sollte gegebenenfalls sichergestellt werden, dass der Zugriff auf den MySQL-Server nicht von außerhalb des Systems erfolgen kann. Das Ubuntu Community Wiki bietet einen Artikel, der sich dem LAMP-Stack widmet und darauf eingeht.

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